Jin Jiyan - Der Aufbruch

Stückentwicklung von Anina Jendreyko basierend auf Recherchen in Şengal und Südkurdistan

- Kooperation mit der Volksbühne Basel -

Premiere am 19. April 2020 Theater Krefeld (Heeder)Premiere am 6. April 2019 Theater Mönchengladbach (Studio)


Das Êzidentum ist eine uralte Naturreligion, mit der Sonne und dem Mond im Zentrum. Im Jahr 2014 wurde das zentrale Siedlungsgebiet der ÊzîdInnen im Norden des Irak vom IS überfallen, mit dem Ziel, diesen Teil des kurdischen Volkes auszulöschen. Den geplanten Genozid verhinderte die kurdische Befreiungsbewegung. Sie schuf einen Korridor, durch den etwa 200.000 êzîdische Frauen, Männer und Kinder flüchten konnten. Dieser Korridor ermöglichte eine Wende. Seit der Befreiung kehren Familien zurück – gesellschaftliche Strukturen werden neu gestaltet, vor allem hinsichtlich der Rolle der Frauen.

 

 

Anina Jendreyko gibt den unterschiedlichen Perspektiven der ÊzîdInnen – zwischen Tradition und Neuaufbau, zwischen Bedrohung und Standhalten – eine Stimme. Im Mittelpunkt steht die Kraft der êzîdischen Frauen. Mit Schauspielern des Ensembles sowie êzîdischen und kurdischen SchauspielerInnen und MusikerInnen geht sie der aktuellen Entwicklung im Şengal nach.

 

Gemeinsam mit dem Ensemble bekam ich die Möglichkeit nach Südkurdistan ins Şengal-Gebiet zu reisen um diesen Aufbruch zu erleben, mit Frauen und Männern zu sprechen und selbst einen Eindruck zu bekommen.

Es war nicht nur ein Eindruck, ich war tief beeindruckt von der Kraft und den menschlichen Grundsätzen, nach welchen hier eine neue Gesellschaftsstruktur aufgebaut und gelebt wird.

 

 

- Weitere Partner sind das Goethe-Institut Irak sowie das Schlosstheater Celle. -

 

 

Regie: Anina Jendreyko

Bühne: Martina Ehleiter

Video: Georg Faulhaber

Dramaturgie: Martin VöhringerAssistenz: Marireau Mühlen

Souffleuse: Martina Schröder

 

Live-Musik:

Sozin Elenya

Süleyman Carnewa

Metìn Yílmaz

 

Besetzung:

Adrian Linke

Vera Maria Schmidt

Eva Spott

Hêvîn Tekin

 

 

Presse

"Sie sind die Brücke zwischen dem Sinjar und dem Publikum: „Wir können diese Menschen nicht spielen, doch wir können ihnen hier eine Stimme geben“, sagt Vera Maria Schmidt später im Publikumsgespräch, und das funktioniert.

GfbV online, Theresa Meyer

 

 

"In der Inszenierung "Jin Jiyan - Der Aufbruch" setzt Regisseurin Anina Jendreyko auf Perspektivwechsel. In der Studiobühne ist das eindringliche Spiel ergänzt um Filmsequenzen und Live-Musik zu sehen." [...]

Nähe und Hinwendung zum Publikum sind durchgehend betont. "Wir sind in Shangal", sagt zu Beginn eine Stimme und erzählt von unglaublicher Zerstörung. Eine zweite bekennt, das Gesehene kaum als Realität fassen zu können, während eine dritte fragt, was mit den Menschen werde, die im solchen Chaos aufwachsen." [...]

Tatsächlich begleiteten die Beteiligten die Regisseurin auf einer ihrer Reisen in den Shengal in Südkurdistan."  [...]

Hêvîn Tekin zeichnet im ergreifenden Monolog den Schrecken der Flucht vor den Kämpfern des IS. Im Wechsel mit Spott und Schmidt gibt sie dem Leid der verschleppten und misshandelten Frauen ein Gesicht. [...] Ebenso berührend gestalten sie den Aufbruchswillen der Frauen."

RP online, 8.4.19